Nachdem wir uns ein wenig in La Paz akklimatisiert hatten, ging es noch ein paar Meter weiter in die Höhe, nämlich zum Titicacasee! Vielen von euch wird das ein Begriff sein, denn dort hat Pipi Langstrumpf ihren Papa getroffen ;) Leider haben wir sie dort verpasst – dennoch war es ein sehr toller Aufenthalt. Danach ging es runter zu der Salzwüste Uyuni – bevor wir nach dem 3 – Tagestripp in San Pedro de Atacama (Chile) angekommen sind.
3. Stopp – Lago Titicacasee und Isla del Sol
Dadurch, dass wir in uns nicht so lange in Paraguay aufhielten, hatten wir doch noch die Zeit einen Abstecher zum Titicacasee zu machen. Der Titicacasee ist Südamerikas größter See und auch das größte höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde (wieder einer der Sätze „…. größte der Erde…“. Der See ist ca. 15x größer als der Bodensee und liegt auf einer Höhe von ca. 3.800m und 194km lang, wovon der westliche Teil des Sees Peru gehört. Wir hatten uns dazu entschlossen zu der Isla del Sol zu fahren. Das ist die sogenannte „Sonneninsel“. Also ging es nochmal ein wenig höher und zwar auf eine Höhe von 4.075.
Schon alleine die Bootsfahrt zu der Isla der Sol ist herrlich. 1.5h über den Titicacasee und dann sind wir auf der Isla del Sol angekommen. Nachdem wir uns dann eine einfache und schlichte Unterkunft ergattert hatten (1 Zimmer mit 2 Betten) ging es auch schon direkt los zu den Ruinen. Es wird erzählt, dass die Isla del Sol die Geburtsstätte der Inkas ist. Die ersten beiden Inka haben sich auf dem Weg nach Cuzco (Peru) gemacht, um dort ein komplettes Inkareich zu gründen. Aber Isla del Sol ist nicht nur die Geburtsstätte der Inkas, sondern anscheinend hat auch dort die Sonne das Licht der Welt erblickt. Dieses Denken kann man nur zu gut nachvollziehen, wenn man ganz oben auf dem Berg der Isla del Sol angekommen ist, wo auch einige Inkarituale ausgeführt worden sind. Man ist an einem Punkt angelangt, der über 4000m in die Höhe spriest, umgeben von dem tiefblauen Andenmeer und den Schneebergen „6 Tausender Königskordillere“, die Wolken scheinen zum Greifen nah zu sein und man hat das Gefühl, dass man der Sonne noch nie näher war. Unglaubliches Panorama!!
Am 2ten Tag wollten wir noch mehr von der Natur bereicherten Isla del Sol erkunden. Deswegen haben wir uns auf dem 8km langen Weg gemacht, vom Norden bis runter in den Süden. Die ganze Tour hat ca. 3 Stunden gedauert. Die Wanderung war ziemlich beeindruckend. Fast weit und breit keine Menschenseele. Ein paar Siedlungen haben wir durchquert und hin und wieder liefen uns ein paar Einheimische über den Weg, vor allem Kinder, die um Kekse gebettelt haben. Zwischendurch hatten wir immer wieder beeindruckende Aussichten auf dem Titicacasee. Selten haben wir so einen ruhigen und friedlichen Ort gesehen.
Mit dem Wetter hatten wir auch wieder viel Glück! Die 2 vollen Tage schien die Sonne und am Tag der Abfahrt fing es an zu regnen, was uns aber eigentlich egal war :)
4. Stopp - Salar de Uyuni
Das ist der Ort auf den wir uns schon die ganze Zeit gefreut hatten. Salar de Uyuni war der Ort, den wir unbedingt erreichen wollten und es glücklicherweise zeitlich auch geschafft haben. Schon einmal vorweg: diese 3 Tages Tour war einfach der Hammer. So viele verschiedene Naturkulissen innerhalb von 3 Tagen – einfach unglaublich!!
Von Isla del Sol sind wir zurück nach La Paz gefahren, um dann mit dem Bus über Nacht nach Uyuni zu fahren. Und auch diese Fahrt war voller Adrenalin. Jetzt wissen wir, warum viele Leute lieber mit dem Zug fahren. Die ständige Sorge, dass der Bus gleich umkippt oder stecken bleibt ist nicht gerade angenehm und musste oft mit einem Lachen überspielt werden. Der Knaller war, als wir dann mal wieder mitten in der Nacht aussteigen mussten, und ohne Taschenlampen einen „Fluss“ durchqueren sollten. Gott sei Dank war der nicht mit Wasser gefüllt, sondern „nur“ schlammig. Jedoch bestand die Gefahr, dass der Bus im Sand stecken blieb. Das ist auf jeden Fall anderen Bussen oder LKWs passiert; 2 steckten noch fest, fragt lieber nicht für wie lange schon!
In Uyuni angekommen, ging es nach einem Frühstück dann auch direkt weiter – die 3 Tagestour konnte starten! Um einen kleinen Überblick zu verschaffen: die 3 Tagestour beinhaltete:
1. Tag: Lokomotivenfriedhof & Salar de Uyuni (Salzwüste)
2. Tag: Besichtigung Vulkansteine, Lagunen inkl. Flamingos, Sandwüste & „Arbol de la Pierda
3. Tag: Sonnenaufgang am Vulkan, inkl. Schlammlöcher, heiße Quellen & Ankunft in San Pedro de Atacama (Chile)
Am liebsten würden wir jetzt alles ganz detailliert erklären, aber das wäre viel zu viel und wie sagt man so schön: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deswegen nur die wichtigsten Infos.
1. Tag
Kleiner Abstecher bei dem Lokomotivenfriedhof, der sich im Nachhinein als eine super Fotoshooting Kulisse eignete!
Der Höhepunkt „Salar de Uyuni“. Das ist die größte Salzwüste der Erde (wieder einer der Sätze…). Die Größe ist einfach unvorstellbar, nämlich 10.000km²!!! Die Salzmenge wird auf ca. 10 MilliardenTonnen geschätzt. Jährlich werden 25.000t abgebaut und in die Städte transportiert. Tierleben gibt es kaum, nur Flamingos nutzen diesen Ort als Brutstätte, die jedoch aber außerhalb der Salzwüste liegen.
Da wir während der Regenzeit dort waren (aber trotzdem strahlender Sonnenschein war), war der Boden der Salzwüste mit ca. 10cm Wasser bedeckt, welches die komplette Wüste in einen riesigen Naturspiegel verwandelte. Mit dem Jeep sind wir dann bis in die Salzwüste hineingefahren. Wir beide saßen oben auf dem Dach und hatten einen unglaublichen tollen Panoramablick auf die Wüste. Einfach alles spiegelte sich! Es ist einfach unvorstellbar und deswegen empfehlen wir euch, die Fotos anzugucken. Wir waren einfach total begeistert und fanden es daher auch schade, dass wir nur ca. 1h Zeit hatten um Fotos zu machen! Ja, das ist wenig Zeit, man kann nämlich unheimlich lustige Fotos machen, wegen dem Spiegeleffekt und man kann das Auge, durch diese gleichbleibende flache Ebene sehr gut täuschen J
2. Tag
Nachdem Merle und ich in meinem Geburtstag herein gefeiert hatten, ging es morgens los zu den Vulkansteinen. Das ist eine kleine Steinlandschaft, welche sich auch gut als Shooting Kulisse eignete…
Danach ging es dann weiter zu zahlreichen Lagunen bei denen wir Flamingos beobachten konnten. Leider waren diese nicht so fotogen, wie erhofft.
Vorbei an schneebedeckten Bergen und Vulkanen, die nicht mehr aktiv sind ging es zu der Sandwüste! Weit und breit einfach NICHTS! Hin und wieder ein paar Steine, aber das wars! Mittagessen gab es dann auf einer „Steinkulisse“ mitten im Nirgendwo!! Unglaublich toll! Das Essen war auch super lecker!
Als wir dann an unserer Unterkunft angekommen sind, gab es noch einen Geburtstagskuchen mit Kaffee! Die Unterkunft war übrigens super, mal wieder mitten im Nirgendwo, jedoch umgeben von Bergen und Lamas. Nachts sind wir dann noch in klirrender Kälte nach draußen gegangen, um den Sternenhimmel zu bestaunen. Alleine schon das ist eine Attraktion! Überall wo wir hinguckten, einfach nur Sterne!!! So unglaublich viele Sterne auf einmal hatte keiner von uns bisher gesehen!
3. Tag
Am dritten Tag mussten wir dann in Herrgottsfrühe aufstehen damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang am Vulkan sind. Wir hatten natürlich wieder nur an die spätere Hitze gedacht und uns deswegen mit leichter Kleidung (Leggins, langem Shirt und Flip Flops) um 05.00 Uhr morgens in den Jeep gesetzt und weiter ging es. Bevor die ersten Sonnenstrahlen den Vulkan erreichten, hatten wir noch genügend Zeit um die Fumarolen des Vulkans zu betrachten. An denen konnten wir auch Gott sei Dank unsere Füße ein wenig erwärmen, denn es war leider nicht die schlaueste Idee von uns Flip Flops anzuziehen (das haben wir auch an den Blicken der anderen Touristen gemerkt ). Mit dem Sonnenaufgang wurde es dann langsam aber sicher auch ein bisschen wärmer.
Danach ging es dann weiter zu den „Heißen Quellen“. Eigentlich war es nur eine Quelle, quasi ein großes „Naturbecken“, welches sich mit Wasser füllt und durch den nahegelegenem Vulkan erhitzt wird (mind. 35 Grad). Nach 20 Minuten in den heißen Quellen und einem leckeren Frühstück ging es dann auch fix weiter Richtung Grenze zu Chile, da von dort aus unsere Reise weiter nach Santiago gehen sollte. Auf dem Weg dorthin machten wir noch eine letzte Pause bei der „Laguna Verde“. An dieser grünen Lagune und einem Vulkan im Hintergrund machten wir ein letztes Gruppenfoto und natürlich auch ein Foto mit unserem lieben Reiseführer. Chile war hier quasi schon zum Greifen nah; die Grenze lag genau hinter den Bergen (die sich wiederum neben dem Vulkan befanden). An der Grenze angekommen, mal wieder irgendwo im nirgendwo, verabschiedeten wir uns dann von unseren japanischen Mitreisenden und unserem Reiseführer und ab ging es mit dem Microbus nach San Pedro de Atacama, Chile.
Mit der Uyuni-Reise endete somit auch der Aufenthalt in Bolivien. Eine tolle und aufregende Zeit war es in Bolivien, aber wir freuten uns natürlich auch auf ein neues Land: Chile!
Liebe Grüße, besos
Merle y Mareike
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen