Samstag, 23. April 2011

Chile: zu Besuch bei Annika und Laura

An der Grenze in Chile angekommen, gab es ausser der Wueste wieder weit und breit nichts zu sehen. Da wir den Ausreisetempel schon in Uyuni bekommen hatten, gab es dieses Mal keine Formalitäten zu erledigen. In dem Bus Richtung San Pedro de Atacama haben wir sofort gemerkt, dass wir in Chile angekommen waren da es wieder geteerte Straßen gab. In San Pedro de Atacama gab es dann die bisher ausführlichste Gepäckkontrolle unserer ganzen Reise und da wir uns nun auch wieder näher am Meeresspiegel befanden, war das Wetter gleich um gut 10 Grad wärmer.

San Pedro de Atacama ist eine sehr kleine, aber niedliche Stadt mit vielen kleinen weissen Häusern und Gebäuden.  Dadurch, dass dort die trockenste Wüste der Welt liegt und viele Touristen einen Zwischenstop in dieser Grenzstadt machen, ist San Pedro de Atacama zu einem Touristenort geworden.  Leider hatten wir dort nicht so sehr viel Zeit, aber uns beiden hat die Stadt sehr gut gefallen. An die Preise (im Vergleich zu Bolivien) mussten wir uns allerdings erstmal wieder gewöhnen. Insgesamt ist es einfach unglaublich, wie sehr sich die Nachbarländer in Südamerika voneinander unterscheiden können! Nachmittags ging es dann mit dem Bus nach Calama, wo wir auch nochmal drei Stunden Aufenthalt hatten. Im Nachhinein wären wir lieber noch länger in San Pedro de Atacama geblieben, denn Calama hat uns überhaupt nicht gefallen. Eine rummelige Stadt ohne Charme. Zumindest konnten wir die Zeit nutzen, um ins Internet zu gehen und Mareike konnte endlich die ganzen Geburtstagsgrüße empfangen :) (an dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschoen von Mareike).

Abends ging es dann im Bus weiter nach Santiago de Chile; mehr als 1400km und 24 Stunden Fahrt lagen vor uns. Die Busfahrt war zwar anstrengend, aber wir konnten viel von der chilenischen Landschaft sehen. Wir sind überwiegend an der Küste entlang gefahren, umgeben von trockener Steppe und Wüste. Zum Frühstück gab es wieder den wohlbekannten Keks „a la Dulce de Leche“; sehr schmackhaft… Dulce de Leche kann man sich wie eine Karamell-Creme vorstellen, die extrem süß ist und mit fast allem zu bekommen ist: Eis, Gepäck, Getränke etc. Auf jeden Fall entspricht es nicht so unserem Geschmack!

Am nächsten Tag kamen wir dann pünktlich um 18.30h in Santiago an. Ich ( Merle) habe mich schon die ganze Fahrt auf meine Mitbewohnerin (Annika) aus Holland gefreut, die zur Zeit auch ein Auslandssemester macht. Da Santiago verkehrsmäßig sehr gut ausgebaut ist, saßen wir schon bald frisch geduscht auf dem Balkon einer unglaublichen tollen Wohnung  mit einem Gläschen Wein und ganz viel Gesprächsstoff. Nach der 3 Tages Tour von Uyuni bis San Pedro de Atacama und der Nachtfahrt im Bus, kam uns die Wohnung von Annika und Laura, in der wir uns pudelwohl fühlten, gerade recht!
Die Tage bei den Zweien waren einfach entspannend und richtig schön und wir waren letztendlich erstaunt, dass wir ganze 5 Tage in Santiago waren! Die Zeit ging um wie im Flug… Von Santiago waren wir total begeistert; eine sehr schöne und nahezu westliche Stadt, in der man sich richtig wohl fühlen kann. Zudem gibt es immer wieder Parks und Grünanlagen, so dass man gar nicht das Gefühl hat, in einer Großstadt zu sein. Hier hatten wir während unserer 5-wöchigen Reise auch zum ersten Mal die Kraft und Lust, um abends richtig rauszugehen. Definitiv ein sehr netter Abend! 

Um noch eine weitere Stadt in Chile zu sehen, haben Mareike und ich noch einen Tagesausflug nach Valparaíso. gemacht. Mit voller Erwartung und Bikini in der Tasche haben wir uns morgens in der Frühe mit dem Bus auf den Weg gemacht. Dass die Leute dort mit Pullover und Schal herumliefen, kam uns schon vom Bus aus etwas komisch vor. Als wir dann allerdings aus dem Bus ausgestiegen waren, wussten wir warum: es war arschkalt und wir waren weit und breit die Einzigen, die in Short und Top herumliefen. Zumindest wurde somit aus unserem geplanten Strandtag nichts und wir haben es wieder mal geschafft, die Attraktion zu sein ;)! Immerhin gab es einige Cafes wo wir uns erstmal aufwärmen konnten und nachmittags wurde es dann auch etwas wärmer. Die Stadt an sich hat uns von der Struktur her ziemlich an La Paz erinnert und somit gab es fuer uns nicht viel Neues zu sehen . Dennoch gab es schöne Ecken, wie zum Beispiel die bunten Häuser und die mit Graffiti bemalten Gegenden.

Am Mittwoch ging es dann auch schon wieder weiter Richtung  Argentinien; unser Zielland. Hier nochmal ein großes Danke an Annika und Laura, die uns so lange bei sich ertragen haben – es war toll bei euch :)

Da Chile ein sehr trockenes Land ist, ist auch leider der Humor bei diesem Bericht auf der Strecke geblieben ;) 

Bolivien Teil 2 - Titikaka See & Uyuni


Nachdem wir uns ein wenig in La Paz akklimatisiert hatten, ging es noch ein paar Meter weiter in die Höhe, nämlich zum Titicacasee! Vielen von euch wird das ein Begriff sein, denn dort hat Pipi Langstrumpf ihren Papa getroffen ;) Leider haben wir sie dort verpasst – dennoch war es ein sehr toller Aufenthalt. Danach ging es runter zu der Salzwüste Uyuni – bevor wir nach dem 3 – Tagestripp in San Pedro de Atacama (Chile) angekommen sind.

3. Stopp – Lago Titicacasee und Isla del Sol
Dadurch, dass wir in uns nicht so lange in Paraguay aufhielten, hatten wir doch noch die Zeit einen Abstecher zum Titicacasee zu machen. Der Titicacasee ist Südamerikas größter See und auch das größte höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde (wieder einer der Sätze „…. größte der Erde…“. Der See ist ca. 15x größer als der Bodensee und liegt auf einer Höhe von ca. 3.800m und 194km lang, wovon der westliche Teil des Sees Peru gehört. Wir hatten uns dazu entschlossen zu der Isla del Sol zu fahren. Das ist die sogenannte „Sonneninsel“. Also ging es nochmal ein wenig höher und zwar auf eine Höhe von 4.075.

Schon alleine die Bootsfahrt zu der Isla der Sol ist herrlich. 1.5h über den Titicacasee und dann sind wir auf der Isla del Sol angekommen. Nachdem wir uns dann eine einfache und schlichte Unterkunft ergattert hatten (1 Zimmer mit 2 Betten) ging es auch schon direkt los zu den Ruinen. Es wird erzählt, dass die Isla del Sol die Geburtsstätte der Inkas ist. Die ersten beiden Inka haben sich auf dem Weg nach Cuzco (Peru) gemacht, um dort ein komplettes Inkareich zu gründen. Aber Isla del Sol ist nicht nur die Geburtsstätte der Inkas, sondern anscheinend hat auch dort die Sonne das Licht der Welt erblickt. Dieses Denken kann man nur zu gut nachvollziehen, wenn man ganz oben auf dem Berg der Isla del Sol angekommen ist, wo auch einige Inkarituale ausgeführt worden sind. Man ist an einem Punkt angelangt, der über 4000m in die Höhe spriest, umgeben von dem tiefblauen Andenmeer und den Schneebergen „6 Tausender Königskordillere“, die Wolken scheinen zum Greifen nah zu sein und man hat das Gefühl, dass man der Sonne noch nie näher war. Unglaubliches Panorama!!

Am 2ten Tag wollten wir noch mehr von der Natur bereicherten Isla del Sol erkunden. Deswegen haben wir uns auf dem 8km langen Weg gemacht, vom Norden bis runter in den Süden. Die ganze Tour hat ca. 3 Stunden gedauert. Die Wanderung war ziemlich beeindruckend. Fast weit und breit keine Menschenseele. Ein paar Siedlungen haben wir durchquert und hin und wieder liefen uns ein paar Einheimische über den Weg, vor allem Kinder, die um Kekse gebettelt haben. Zwischendurch hatten wir immer wieder beeindruckende Aussichten auf dem Titicacasee. Selten haben wir so einen ruhigen und friedlichen Ort gesehen.

Mit dem Wetter hatten wir auch wieder viel Glück! Die 2 vollen Tage schien die Sonne und am Tag der Abfahrt fing es an zu regnen, was uns aber eigentlich egal war :)

4. Stopp - Salar de Uyuni
Das ist der Ort auf den wir uns schon die ganze Zeit gefreut hatten. Salar de Uyuni war der Ort, den wir unbedingt erreichen wollten und es glücklicherweise zeitlich auch geschafft haben. Schon einmal vorweg: diese 3 Tages Tour war einfach der Hammer. So viele verschiedene Naturkulissen innerhalb von 3 Tagen – einfach unglaublich!!

Von Isla del Sol sind wir zurück nach La Paz gefahren, um dann mit dem Bus über Nacht nach Uyuni zu fahren. Und auch diese Fahrt war voller Adrenalin. Jetzt wissen wir, warum viele Leute lieber mit dem Zug fahren. Die ständige Sorge, dass der Bus gleich umkippt oder stecken bleibt ist nicht gerade angenehm und musste oft mit einem Lachen überspielt werden. Der Knaller war, als wir dann mal wieder mitten in der Nacht aussteigen mussten, und ohne Taschenlampen einen „Fluss“ durchqueren sollten. Gott sei Dank war der nicht mit Wasser gefüllt, sondern „nur“ schlammig. Jedoch bestand die Gefahr, dass der Bus im Sand stecken blieb. Das ist auf jeden Fall anderen Bussen oder LKWs passiert; 2 steckten noch fest, fragt lieber nicht für wie lange schon!

In Uyuni angekommen, ging es nach einem Frühstück dann auch direkt weiter – die 3 Tagestour konnte starten! Um einen kleinen Überblick zu verschaffen: die 3 Tagestour beinhaltete:

1. Tag: Lokomotivenfriedhof & Salar de Uyuni (Salzwüste)
2. Tag: Besichtigung Vulkansteine, Lagunen inkl. Flamingos, Sandwüste & „Arbol de la Pierda
3. Tag: Sonnenaufgang am Vulkan, inkl. Schlammlöcher, heiße Quellen & Ankunft in San Pedro de Atacama (Chile)

Am liebsten würden wir jetzt alles ganz detailliert erklären, aber das wäre viel zu viel und wie sagt man so schön: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deswegen nur die wichtigsten Infos.

1. Tag
Kleiner Abstecher bei dem Lokomotivenfriedhof, der sich im Nachhinein als eine super Fotoshooting Kulisse eignete!

Der Höhepunkt „Salar de Uyuni“. Das ist die größte Salzwüste der Erde (wieder einer der Sätze…). Die Größe ist einfach unvorstellbar, nämlich 10.000km²!!! Die Salzmenge wird auf ca. 10 MilliardenTonnen geschätzt. Jährlich werden 25.000t abgebaut und in die Städte transportiert. Tierleben gibt es kaum, nur Flamingos nutzen diesen Ort als Brutstätte, die jedoch aber außerhalb der Salzwüste liegen.

Da wir während der Regenzeit dort waren (aber trotzdem strahlender Sonnenschein war), war der Boden der Salzwüste mit ca. 10cm Wasser bedeckt, welches die komplette Wüste in einen riesigen Naturspiegel verwandelte. Mit dem Jeep sind wir dann bis in die Salzwüste hineingefahren. Wir beide saßen oben auf dem Dach und hatten einen unglaublichen tollen Panoramablick auf die Wüste. Einfach alles spiegelte sich! Es ist einfach unvorstellbar und deswegen empfehlen wir euch, die Fotos anzugucken. Wir waren einfach total begeistert und fanden es daher auch schade, dass wir nur ca. 1h Zeit hatten um Fotos zu machen! Ja, das ist wenig Zeit, man kann nämlich unheimlich lustige Fotos machen, wegen dem Spiegeleffekt und man kann das Auge, durch diese gleichbleibende flache Ebene sehr gut täuschen J

2. Tag
Nachdem Merle und ich in meinem Geburtstag herein gefeiert hatten, ging es morgens los zu den Vulkansteinen. Das ist eine kleine Steinlandschaft, welche sich auch gut als Shooting Kulisse eignete…
Danach ging es dann weiter zu zahlreichen Lagunen bei denen wir Flamingos beobachten konnten. Leider waren diese nicht so fotogen, wie erhofft.

Vorbei an schneebedeckten Bergen und Vulkanen, die nicht mehr aktiv sind ging es zu der Sandwüste! Weit und breit einfach NICHTS! Hin und wieder ein paar Steine, aber das wars! Mittagessen gab es dann auf einer „Steinkulisse“ mitten im Nirgendwo!! Unglaublich toll! Das Essen war auch super lecker!
Als wir dann an unserer Unterkunft angekommen sind, gab es noch einen Geburtstagskuchen mit Kaffee! Die Unterkunft war übrigens super, mal wieder mitten im Nirgendwo, jedoch umgeben von Bergen und Lamas. Nachts sind wir dann noch in klirrender Kälte nach draußen gegangen, um den Sternenhimmel zu bestaunen. Alleine schon das ist eine Attraktion! Überall wo wir hinguckten, einfach nur Sterne!!! So unglaublich viele Sterne auf einmal hatte keiner von uns bisher gesehen!

3. Tag
Am dritten Tag mussten wir dann in Herrgottsfrühe aufstehen damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang am Vulkan sind. Wir hatten natürlich wieder nur an die spätere Hitze gedacht und uns deswegen mit leichter Kleidung (Leggins, langem Shirt und Flip Flops) um 05.00 Uhr morgens in den Jeep gesetzt und weiter ging es. Bevor die ersten Sonnenstrahlen den Vulkan erreichten, hatten wir noch genügend Zeit um die Fumarolen des Vulkans zu betrachten. An denen konnten wir auch Gott sei Dank unsere Füße ein wenig erwärmen, denn es war leider nicht die schlaueste Idee von uns Flip Flops anzuziehen (das haben wir auch an den Blicken der anderen Touristen gemerkt  ). Mit dem Sonnenaufgang wurde es dann langsam aber sicher auch ein bisschen wärmer.

Danach ging es dann weiter zu den „Heißen Quellen“. Eigentlich war es nur eine Quelle, quasi ein großes „Naturbecken“, welches sich mit Wasser füllt und durch den nahegelegenem Vulkan erhitzt wird (mind. 35 Grad). Nach 20 Minuten in den heißen Quellen und einem leckeren Frühstück ging es dann auch fix weiter Richtung Grenze zu Chile, da von dort aus unsere Reise weiter nach Santiago gehen sollte. Auf dem Weg dorthin machten wir noch eine letzte Pause bei der „Laguna Verde“. An dieser grünen Lagune und einem Vulkan im Hintergrund machten wir ein letztes Gruppenfoto und natürlich auch ein Foto mit unserem lieben Reiseführer. Chile war hier quasi schon zum Greifen nah; die Grenze lag genau hinter den Bergen (die sich wiederum neben dem Vulkan befanden). An der Grenze angekommen, mal wieder irgendwo im nirgendwo, verabschiedeten wir uns dann von unseren japanischen Mitreisenden und unserem Reiseführer und ab ging es mit dem Microbus nach San Pedro de Atacama, Chile.

Mit der Uyuni-Reise endete somit auch der Aufenthalt in Bolivien. Eine tolle und aufregende Zeit war es in Bolivien, aber wir freuten uns natürlich auch auf ein neues Land: Chile!


Liebe Grüße, besos
Merle y Mareike