Sonntag, 29. Mai 2011

Argentinien – nach dem Spaß geht es mit dem Vergnügen weiter Teil 1

Argentinien - nach dem Spass geht es mit dem Vergnügen weiter!
Teil 1

Buenos Aires

Bevor es nach Tandil – unserem Zielort gehen sollte- stand erst noch Buenos Aires auf dem Programm. Dort haben wir unter anderem Jana getroffen, die auch an der Stenden in Holland studiert (allerdings Tourismus). Zusammen haben wir noch einige schöne Tage in Buenos Aires verbracht. Unsere Unterkunft war in dem schönen Viertel San Telmo, in dem sich viele Restaurants und Bars befinden und welches mittlerweile relativ touristisch geprägt ist.
Auch in Buenos Aires gibt es unglaublich viel zu sehen, aber da unsere Zeit in der Hauptstadt ziemlich begrenzt war, haben wir uns auf die Statteile San Telmo und Palermo konzentriert.
Unter anderem sind wir vom botanischen Garten Richtung Wasser (Rio de la Plata) gelaufen, was uns allen gerade wegen der schönen Grünflachen und Parks sehr gut gefallen hat. Der Fluss war im Gegensatz dazu eher unattraktiv; das Wasser war eher braun und keineswegs ansehnlich.
Des Weiteren waren wir beim dem Obelisk von Buenos Aires auf der Avenida 9 de Julio, welches die breiteste Straße der Welt ist. Das hat uns von der Struktur her, doch schon etwas an Paris erinnert. Außerdem konnten wir am Sonntag durch die malerischen Straßen von San Telmo laufen und über den Antiquitätsmarkt schlendern, welcher jeden Sonntag stattfindet. Auch wenn es dort teilweise viel Schrott gab, waren auch immer Stände dabei, die schöne Sachen zu bieten hatten! Eine typische Tango-Show konnten wir in diesen Tagen leider nicht besuchen, aber das heben wir uns für das Ende unserer Südamerika-Reise auf!
Am 7.03. war es dann soweit und wir saßen zu dritt im Bus Richtung Tandil; 5 Stunden Fahrt vor uns. Da wir mittlerweile ganz andere Fahrten gewöhnt sind, verging die Zeit wie im Flug und je näher wir ans Ziel kamen, desto aufgeregter wurden wir. Uns kam das ganze wie früher beim Schüleraustausch vor, da unsere Tutorinnen uns am Bahnhof erwarteten und jeder dann mit jeweils seiner Tutorin nach Hause gefahren ist. Für uns war das nach 4 Wochen Rundreise doch schon etwas komisch plötzlich so „gebunden“ zu sein; zumal das mit der Verständigung auch noch alles nicht so gut klappte.

Die ersten Tage in Tandil

Auch wenn wir uns von unseren Tutoren anfangs etwas „eingeengt“ gefühlt haben, waren wir froh, dass wir die ersten Tage bei ihnen unterkommen konnten. Wir wollten so schnell wie möglich unser eigenes Zimmer haben, so dass es gleich am nächsten Tag auf Wohnungssuche ging. Was wir allerdings nicht verstanden haben, dass wir erst um 19h losgegangen sind, um uns Zimmer anzugucken und vorher „tranquilo“ am Pool lagen. Die darauffolgenden Tage war es ähnlich; vor 17h haben wir uns keine Zimmer angeschaut, was uns teilweise etwas genervt hat. Mittlerweile haben wir aber auch das verstanden, denn vor 17h geht hier gar nichts, da von 13-17h Siesta ist. Da es in den ersten Tagen auch noch tierisch heiß war, war das vielleicht auch gar nicht so verkehrt. Aber wir wollten einfach so schnell wie möglich unser eigenes Reich haben...
Die Wohnungssuche stellte sich auch als nicht so einfach heraus. Die Zimmer, die uns gezeigt wurden waren katastrophal und echt unzumutbar. Teilweise sollte man sich ein Zimmer mit 2 anderen Personen teilen und das Bad mit etwa 10 Leuten... Wir haben dann selbst angefangen zu suchen (ohne unsere Tutoren) und sind auch schnell fündig geworden. Nun wohnen wir also super zentral in einem Hochhaus im 10. Stock. Die Wohnung ist zwar sehr altmodisch eingerichtet, aber wir haben alles was man braucht. Auch wenn wir Kompromisse eingehen mussten, wie zB. dass Jana und Mareike sich ein Zimmer teilen, fühlen wir uns pudelwohl! Und im Nachhinein haben wir auch verstanden, dass wir richtig Glück gehabt haben mit unserem Apartment!

Tandil – Unser Wohnort für 4 Monate

Tandil ist eine kleine Stadt ca. 400km südlich von Buenos Aires, aber immer noch in der Provinz Buenos Aires. Die Stadt hat ca. 110.000 Einwohner und irgendwie vergleichbar mit Leeuwarden. Klein und süß! Tandil ist umgeben von „Sierras – Gebirge“, somit sehr grün und außerhalb von jeglichen Großstadt Stress. Die Wochenenden bieten sich hervorragend um Ausflüge zum „Cristo – Kreuz“ zu machen, mit dem Pferd über „Stock und Stein“ zu reiten, mit Mate und ein paar Freunden am Deich zu sitzen und noch viele weitere Aktivitäten. Von unserem Apartment haben wir natürlich auch einen super Ausblick auf Tandil!
Jede Menge Cafés, Restaurants, Parks und Geschäfte/Boutiquen schmücken die Straßen von Tandil. Allerdings ist das mit dem Shoppen (Kleidung kaufen) leichter gesagt als getan. Dadurch, dass die Leute hier alle ein Stückchen kleiner und sehr schlank sind, haben wir ein paar Schwierigkeiten etwas für uns zu finden. Hinzu kommt, dass es oft die Kleidungsstücke nur in einer Größe gibt. Aber wir lassen natürlich nicht locker und irgendwie haben wir doch noch mit großer Mühe ein paar Sachen finden können.
Tandil ist auch sehr bekannt für den Sport Tennis. Hier wird professioneller Tennisunterricht angeboten und so manches Mal entpuppt sich daraus auch ein späterer Tennisstar, wie z.B. Guillermo Pérez-Roldán oder Diego Junqueira. Des Weiteren gibt es hier in Tandil die weltbesten Salamis!!
Die Leute hier in Tandil sind sehr offen, hilfsbereit und sympathisch (wie eigentlich allgemein in Lateinamerika). Auch nachts fühlen wir uns pudelwohl wenn wir durch die Straßen laufen.
Jedoch ändert sich das Bild ein wenig, wenn wir Abends Tanzen gehen, besonders das Bild der männlichen Personen. Da sich in Tandil nicht viele Leute aus anderen Ländern befinden, sind wir Deutsche schon so manches Mal eine „Attraktion“ und werden oft nur als „die Deutschen“ angesprochen. Eigentlich ist es ganz lustig, aber es kommt auch vor, dass wir uns zusammen reisen müssen, nicht auszurasten, besonders wenn die Männer kein „No-Nein“ verstehen. Aber im Allgemeinen amüsieren wir uns fast jedes Mal prächtig wenn wir abends auf die Piste gehen. Übrigens fangen die Parties hier erst gegen 03.00Uhr morgens an!!! Wir sagen da nur: alles Gewöhnungssache!

Die Universidad del Centro Nacional de la Provincia de Buenos Aires

Am 9.03. war unser erster „Einführungstag“ an der Uni und wir waren gespannt was uns alles erwarten würde. Schnell haben wir gemerkt: nicht viel! Wir waren ganze 5 Austauschstudenten (4 Deutsche, 1 Mexikanerin) und das Programm war ziemlich mager. Dennoch wurden uns die wichtigsten Sachen in der Stadt gezeigt, wie haben eine kleine Einführung in der Uni bekommen und letztendlich unsere Kurse gewählt.
Mittlerweile, nach ca. 3 Monaten Uni haben wir uns an den langweiligen Unterrichtstil der Professoren (kann man sowas Professor nennen?!) gewöhnt. Überwiegend wird mehr als eintönig von den Power Point Präsentationen abgelesen. Diese sind immer kaum zu lesen, da ein halber Roman drauf steht., da hilft selbst keine Brille! Ansonsten kann man unsere Uni-Zeit als Urlaubssemester beschreiben; wir gehen schön brav zu den Vorlesungen und ansonsten lassen wir es uns gut gehen. Was auch erwähnenswert ist, dass öfters einfach mal ein Hund in den Unterrichtsraum hinein spaziert kommt. Nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Campus wimmelt es an Hunden.
Der Campus liegt nicht direkt in der Innenstadt, sondern etwas außerhalb auf dem Land. Allerdings ist er schnell mit dem Bus innerhalb von 15 Min. erreicht. Ansonsten ist der Campus sehr schön und man hat einen wunderbaren Blick auf die umliegenden „Berge“.
Außderdem ist die Uni UNICEN sehr bekannt für den Studiengang “Veterinario – Tiermedizin” , anscheinend die beste in ganz Argentinien!

Die öffentlichen Verkehrsmittel

Wie gesagt kommen wir schnell mit dem Bus zur Uni, welcher gleich eine Straße weiter abfährt und uns direkt vor der Haustür auf dem Rückweg wieder herauslässt. Die Busse haben hier keine festen Zeiten, aber es kommt eigentlich alle 10 Minuten einer. Wenn man mitfahren will, muss man ihm ein Zeichen geben, denn ansonsten fährt er stracks an einem vorbei. So klapperig und alt die Busse auch mögen sein: jedes Mal an der Uni angekommen, holen die Busfahrer ihre Lappen und Besen heraus und fangen an, gründlich die Busse zu säubern (ja, es scheint auch Männer zu geben, die Spaß am Putzen haben!). Manchmal fragt man sich, ob es eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist oder ob es wirklich notwendig ist. Nach dem Putzen vereinen sich meist alle Busfahrer in einem Bus und trinken gemütlich Mate, während wir warten (mittlerweile in der Kälte) bis wir endlich einsteigen dürfen.
Wenn es abends zu ein bisschen weiter entfernten Plätzen gehen soll, nehmen wir oft ein Taxi. Viele Taxen sind Fiat Puntos (also extrem klein, wo Mareike dann Probleme mit ihren langen Beinen bekommt) und man bezahlt meist nur ca. 2 EUR pro Fahrt.

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